Samstag 21. Februar 2026

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Landschaft mit Kreuz und Sonnenuntergang
iStock/Aghenie_Gheorghe, romeo-f / Landschaft mit Kreuz und Sonnenuntergang

Pilgern – Beten mit den Füßen

Es gibt ein Beten, das nicht im Sitzen geschieht, nicht im Knien, nicht im stillen Raum, sondern auf dem Weg. Das Pilgern ist eine der ältesten Formen des Gebets. Schon die Bibel erzählt von Menschen, die zu heiligen Orten aufbrechen: Abraham, der auf Gottes Wort hin losgeht; Israel, das durch die Wüste zieht; Jesus, der Jahr für Jahr nach Jerusalem pilgert. Der Weg selbst wird zum Gebet. Jeder Schritt sagt:

Ich bin unterwegs.

Ich suche.

Ich vertraue.

Pilgern ist ein Beten mit dem ganzen Menschen

Der Körper spürt die Anstrengung, der Atem findet seinen Rhythmus, die Gedanken werden klarer, das Herz wird weiter. Der Weg ordnet das Innere. Was im Alltag laut ist, wird leiser. Was verborgen war, kommt an die Oberfläche. Pilgern ist ein Gebet, das nicht im Kopf beginnt, sondern in den Füßen. Es ist ein Beten, das sich mit dem Gehen verbindet, mit dem Staub der Straße, mit dem Wind, mit der Landschaft, mit der Zeit.

 

Viele christliche und nichtchristliche Traditionen kennen das Pilgern. Im Westen sind es Wege wie Santiago, Rom, bei uns in Österreich Mariazell oder unzählige kleine regionale Wallfahrtswege. In der Ostkirche sind es die großen Klöster, die Ikonen, die heiligen Quellen.

 

Doch überall gilt: Der Weg ist nicht selbst das Ziel, sondern eine Verwandlung. Pilgern ist ein Loslassen – von Sicherheiten, von Gewohnheiten, von Eile. Und es ist ein Empfangen – von Stille, von Klarheit, von Vertrauen.

 

Pilgern ist ein Bild für das Leben

Niemand bleibt stehen. Jeder Mensch ist unterwegs, oft ohne es zu merken. Das Pilgern macht diese innere Bewegung sichtbar. Es sagt: Ich gehe nicht allein. Gott geht mit. Und jeder Schritt kann ein Gebet sein. Manche beten unterwegs den Rosenkranz, andere das Jesusgebet, wieder andere schweigen. Das Schweigen selbst wird zum Gebet, weil es Raum schafft für das, was Gott sagen will.

 

Pilgern ist deshalb nicht nur eine Reise, sondern eine Haltung. Es ist ein Weg, der das Herz öffnet. Ein Weg, der Geduld lehrt. Ein Weg, der zeigt, dass Gott nicht nur am Ziel wartet, sondern auf jedem Schritt des Weges gegenwärtig ist. Wer pilgert, betet mit dem ganzen Menschen. Und wer so betet, entdeckt oft neu, dass Gott nicht fern ist, sondern unterwegs entgegenkommt.

Aktuelles
Zum Thema Pilgern

Pilgern in der Erzdiözese Wien

Beim Pilgern denke wir schnell an Orte wie  Santiago de Compostela, daran tage- oder gar wochenlang mit dem Rucksack unterwegs zu sein. Doch man muss nicht soweit in die Ferne schweifen. Pilgerrouten gibt es auch in und um Wien. 

nah.bar die Servicestelle der Erzdiözese Wien.
Erzdiözese Wien / nah.bar die Servicestelle der Erzdiözese Wien.

Auskunft zum Pilgern

Informationen zu aktuellen Exerzitien-Angeboten und Auskunft über aktuelle Pilgerrouten bekommt ihr auch in der nah.bar, der Servicestelle der Erzdiözese Wien, direkt am Stepansplatz. 

 

Die nah.bar - Servicestelle der Erzdiözese Wien

Offen von MO-DO, 11-17 Uhr.
Stephansplatz 6, 1010 Wien.
(Durchgang Zwettlerhof im 1. Stock von Mamas Cafe)

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Pilgerrouten

Jakobsweg im Weinviertel

Der Jakobsweg Weinviertel ist eine ruhige, genussvolle Pilgerroute durch das sanft‑hügelige Weinviertel und verbindet landschaftliche Weite mit kultureller Vielfalt. Auf rund 153 Kilometern führt der Weg von Drasenhofen im Norden bis Krems an der Donau und begleitet Pilger:innen durch idyllische Kellergassen, weitläufige Felder, Weingärten und kleine Ortschaften. Besonders charakteristisch ist die entspannte Atmosphäre der Region, in der Besinnung und Entschleunigung leichtfallen: Die Weite des Landes, die typischen Kellergassen und die Begegnung mit regionaler Geschichte und Religion machen den Jakobsweg Weinviertel zu einem stimmungsvollen Abschnitt im österreichischen Jakobswegenetz.
Alls zum Jakobsweg im Weinviertel

Jakobsweg in Wien

Der Jakobsweg Wien ist ein gut gepflegter und beliebter Pilgerweg, der quer durch die österreichische Hauptstadt führt und Teil des europäischen Jakobswegenetzes ist. Er beginnt bei Schwechat und führt über die Donauinsel, Kaisermühlen und die UNO-City direkt ins historische Zentrum Wiens zum Stephansdom, einem der spirituellen Höhepunkte der Route. Von dort geht es weiter Richtung Westen, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Schönbrunn, bis zur Jakobskirche Purkersdorf, wo der Weg in weitere österreichische Jakobswege mündet. Insgesamt umfasst die Wiener Strecke rund 40 Kilometer und verbindet Natur, Kultur und Spiritualität auf einzigartige Weise.

Alles zum Wiener Jakobsweg