Samstag 21. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

Radeberg, road sign with different churches and different Christian denominations in Saxony. Every little church icon has its own color. The information is for tourists.
Heidloss Tilo Geringswald Felix / Radeberg, road sign with different churches and different Christian denominations in Saxony. Every little church icon has its own color. The information is for tourists.

Ökumene

Ziel der Ökumene ist die Einheit der Christen. Das heißt die Überwindung der Trennung in einzelne Kirchen oder Konfessionen und die Anerkennung der Vielfalt an Traditionen.

 

Alle sollen eins sein

(Joh 17,21)

 

Diese Verheißung Jesu an seine Jünger ist noch nicht verwirklicht. Die weltweite Christenheit ist unter sich gespalten. Das alte griechische Wort Ökumene bedeutet "die ganze bewohnte Erde", heute bezeichnet es das Bemühen um die Einheit der Christen auf der ganzen Welt. Dabei geht es um gegenseitige Anerkennung, gemeinsame Sorge um Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, es geht um gemeinsames Beten und letztlich um eine vollkommene Gemeinschaft (Communio) auch im Gottesdienst.

Aktuelles
Zum Thema Ökumene

Die Geschichte der Ökumene in Österreich

In Österreich entwickelte sich eine besonders dichte ökumenische Kultur. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, gegründet 1958, bildet das organisatorische Rückgrat dieser Zusammenarbeit. Ein historischer Meilenstein war der Beitritt der römisch-katholischen Kirche als Vollmitglied im Jahr 1994 – ein Schritt, der international bis heute nicht möglich ist. Österreich gilt damit als Modell für gelebte Ökumene.

 

Die Rolle der Wiener Erzbischöfe
 

Kardinal Franz König

Maßgeblich geprägt wurde dieser Weg durch Kardinal Franz König, der Wien als Brückenstadt zwischen Ost und West positionierte. Seine Initiative führte 1964 zur Gründung der Stiftung Pro Oriente, die den Dialog mit den orthodoxen und orientalischen Kirchen intensivierte. Ein herausragendes Ergebnis war die Wiener Christologische Formel (1971), die jahrhundertelange Streitfragen über das Verständnis Christi klärte und weltweit als Durchbruch für die Ökumene gilt.

Kardinal Christoph Schönborn

Unter Kardinal Christoph Schönborn setzte sich diese Tradition fort. Während seiner Amtszeit (1995–2025) prägte er zahlreiche ökumenische Ereignisse in Wien: gemeinsame Gottesdienste, Symposien und Begegnungen mit orthodoxen, evangelischen und freikirchlichen Kirchen. Höhepunkte waren etwa das Symposion „Warum wir eine bekennende Ökumene brauchen“ (2021), die Weltgebetswoche 2023 und die Teilnahme an „Awakening Austria“ (2019), wo Schönborn vor Tausenden Christen zur Einheit aufrief. Sein Abschiedsgottesdienst im Jänner 2025 wurde selbst zu einem ökumenischen Zeichen: Vertreter von 16 Kirchen erneuerten gemeinsam das Taufversprechen.

 

Ökumene ist nicht nur ein theologisches Projekt, sondern gelebte Geschwisterlichkeit.
– Kardinal Christoph Schönborn

Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich ist ein Gremium, in dem christliche Kirchen zusammenkommen, um Themen zu beraten, die alle gemeinsam betreffen. Er ist die Stimme, mit der die Kirchen dann sprechen, wenn deutlich zum Ausdruck kommen soll, dass sie trotz aller Unterschiede und Kontroversen durch eine gemeinsame und tragfähige Basis verbunden sind.

 

 

Zum Ökumenischen Rat der Kirchen
Kerzen brennen
Erzdiözsese Wien/Stephan Schönlaub / Kerzen brennen

Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird jedes Jahr vom vom 18. bis 25. Jänner (auf der Nordhalbkugel) oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten (auf der Südhalbkugel) gefeiert.

 

Die Ursprünge der Weltgebetswoche gehen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Seit 1968 werden die Themen und Texte für die Gebetswoche vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, WKR) veröffentlicht.

Alle Unterlagen

Pro Oriente – Motor der Einheit gestern, heute und morgen

Die von Kardinal König gegründete Stiftung bleibt bis heute ein Motor der Ökumene. Sie war nicht nur treibende Kraft hinter der christologischen Einigung, sondern engagiert sich im weltweiten synodalen Prozess der katholischen Kirche. In Kooperation mit der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom bringt Pro Oriente die Erfahrungen orthodoxer und altorientalischer Synodalität in die Debatte ein. Neue Initiativen wie Jugend-Workshops und Dialogprojekte zeigen: Ökumene ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern eine lebendige Bewegung.

 

Herausforderungen und Perspektiven

Die volle eucharistische Gemeinschaft bleibt aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Amt und Autorität allerdings weiter eine offene Frage. Dennoch hat die Ökumene erreicht, dass das Trennende nicht mehr als feindselig, sondern als Aufgabe innerhalb einer gemeinsamen christlichen Familie verstanden wird. Österreich zeigt: Einheit ist kein fernes Ideal, sondern ein Prozess, der im Alltag beginnt.

Pro Oriente

 

Wir sind für Vielfalt, weil wir im Grunde eins sind.

 

PRO ORIENTE wurde als kirchliche Stiftung am 4. November 1964, während des Zweiten Vatikanischen Konzils, vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König gegründet. Der Sitz des Generalsekretariats ist in Wien, es gibt regionale Sektionen in Salzburg, Graz und Linz. 

Zu Pro Oriente

Ökumene in der Erzdiözese Wien

Der Fachbereich Ökumene, angesiedelt im Bereich Kirche im Dialog im Pastoralamt der Erzdiözese Wien, bemüht sich um die Vernetzung und Förderung ökumenischer Initiativen Organisationen im Bereich der Erzdiözese Wien.

Mehr Informationen